Titel: | Strähnschlichtmaschine mit Bürst- und Trockenapparat von Aug. Büchner in Mühlhausen (Thüringen). |
Fundstelle: | Band 232, Jahrgang 1879, S. 118 |
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Strähnschlichtmaschine mit Bürst- und
Trockenapparat von Aug.
Büchner in Mühlhausen (Thüringen).
Mit Abbildungen auf Tafel 14.
A. Büchner's Strähnschlichtmaschine.
Um die Schlichte gleichmäſsig in das Garn zu bringen und den Grad der Schlichtung
sicher bestimmen zu können, ferner um die so vorbereiteten Garne zu bürsten und
sofort zu trocknen, damit die Fäden nicht zusammenkleben, verwendet der Genannte die
in Fig. 1 bis 5 Taf. 14
gezeichneten Maschinen (* D. R. P. Nr. 1436 vom 2. October 1877).
Die in Fig. 1 bis 3 Taf. 14
dargestellte Windemaschine quetscht durch die Walzen W1 und W das
dazwischen gebrachte Garn aus. Die Welle A2 der unteren Walze liegt fest, die Welle A1 der oberen hingegen
in senkrecht beweglichen Lagern, welche durch Druckhebel K und Gewichte G belastet sind. Beide Walzen
sind aus Guſseisen hergestellt; die obere ist mit kämm artigen Erhöhungen versehen,
die untere mit Filz beschlagen, damit das Garn sicher hindurchgezogen, dabei aber
möglichst geschont wird. Der Betrieb der beiden durch Zahnräder mit einander in
Verbindung stehenden Walzen erfolgt von der Welle A
aus, die mit Fest- und Losscheibe R und Schwungrad S versehen ist und durch ein Getriebe das Zahnrad an
der Welle A2 der
Unterwalze W dreht. E ist
ein am Bügel B hängender, oben bei D drehbarer Trog, welcher zur Einführung des Garnes
dient.
Die Bürst- und Trockenmaschine ist in Fig. 4 und
5 Taf. 14 dargestellt. Das von der Windemaschine gelieferte Garn wird mit
Hilfe zweier Rollen h1
und H1 im Gestell Z in solcher Weise gespannt eingehängt, daſs es langsam
in dem Bürstenlauf entgegengesetzter Richtung sich fortbewegt. Der obere Stab h1 Hegt zu diesem
Zwecke auf zwei Rollen, welche beide durch Stirnräder von dem Steigrad z aus Drehung bekommen. Die untere Rolle H1 liegt in nach unten
federnden Lagern, wodurch der Strähn gespannt wird. B1 sind rotirende Bürsten, welche schraubengangförmig
zu einander gestellt sind. Der Antrieb des Bürstenapparates sowie des Steigrades z, welches von der Welle des ersteren durch Excenter,
Zugstange, Hebel und Klinke bewegt wird, erfolgt von der Welle W des Trockenapparates aus. In diesem sind die Strähne
radial eingelegt, die schwachen Stäbe h sind auſsen am
Umfang in verstellbaren Federn gelagert und die starken Stäbe H sind nach der Achse W zu
bei e in feststehenden Schlitzlagern gehalten; seitlich
angebrachte Blechringe r (Fig. 4)
verhüten eine Verschiebung parallel zur Welle. – Damit die Schlichte während des
Trocknens nicht ungleichmäſsig über den Strähn hin sich vertheile, wendet man
denselben von Zeit zu Zeit durch geringe Drehung der Stäbe H; diese erfolgt mechanisch dadurch, daſs zwischen G und F ein Riemen R gespannt ist, welcher abwechselnd durch auf der Bürstentrommelwelle
befestigte Excenter gelockert oder angezogen wird. Der gespannte Riemen veranlaſst
die daran vorüberlaufenden Rollen H zur Drehung.