Titel: Verfahren das Salpetergas in Salpetersäure zu verwandeln; von J. B. Ecarnot.
Fundstelle: Band 117, Jahrgang 1850, Miszellen, S. 466
Verfahren das Salpetergas in Salpetersäure zu verwandeln; von J. B. Ecarnot. Wenn man Salpetersäure mit Substanzen in Berührung bringt, welche sie oxydiren kann (z. B. Stärkmehl zur Gewinnung von Oxalsäure), so entweicht Stickoxydgas, welches sich mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft zu Untersalpetersäure verbindet und meistens verloren geht, wenn man es nicht in die Bleikammern zur Schwefelsäurefabrication leiten kann. Das (am 10. Decbr. 1849 für England patentirte) Verfahren Ecarnot's besteht darin, das Stickoxydgas in Untersalpetersäure zu verwandeln, indem man es in einem geschlossenen Gefäße sammelt und mittelst eines Gebläses Luft hineintreibt. Die Untersalpetersäure wird durch Wasser oder Wasserdampf in Salpetersäure und Stickoxyd zersetzt; kommt letzteres neuerdings mit eingetriebener Luft in Berührung, so verwandelt es sich wieder in Untersalpetersäure. Um auf diese Art die Salpetersäure zu regeneriren, kann man eine Säule anwenden, welche aus Steingutröhren zusammengesetzt wird die man gut lutirt. Man leitet das bei einer chemischen Operation sich entbindende Stickoxydgas durch Glasröhren in den oberen Theil der Säule, wo man ihm durch ein Gebläse den Sauerstoff liefert; aus einem Kessel läßt man Dampf zuströmen, zugleich mit ein wenig Wasser aus einem Behälter am oberen Theil des Apparats. Die Säule muß mit einer porösen Substanz, z. B. Bimsstein in eigroßen Stücken gefüllt werden, um die Vereinigung der Gase zu begünstigen. Auf diese Weist erhält man Salpetersäure von 8 bis 12° Baumé, welche dann weiter concentrirt werden kann. Auf ähnliche Weise kann man die atmosphärische Luft benutzen, um den Alkohol zu Essigsäure zu oxydiren; man erhitzt die Luft auf 96 bis 104° Reaumur und leitet sie zugleich mit Alkoholdampf durch ein mit Bimsstein gefülltes kupfernes Rohr, worauf man das Product verdichtet. (London Journal of arts, Juli 1850, S. 388)