Titel: Ueber die Alizarinsorten des Handels; von Prud'homme.
Fundstelle: Band 233, Jahrgang 1879, Miszellen, S. 264
Ueber die Alizarinsorten des Handels; von Prud'homme. Die eine Hauptsorte des künstlichen Alizarins, mit der Bezeichnung „Alizarin für Violett“, oder auch „Alizarin Nr. I“ besteht zumeist aus fast chemisch reinem Alizarin C14H8O4 Die anderen unter dem Namen „Alizarin für Roth“ vorkommenden Sorten enthalten auſser Alizarin noch Flavopurpurin und Isö- oder Anthrapurpurin, beide nach der Formel C14H8C5 zusammengesetzt, also Isomerieen des Purpurins, deren Bildungsweise und Eigenschaften von Caro und Perkin, sowie später von Schunk und Römer beschrieben worden sind (vgl. 1876 222 275). Manche Sorten des „Alizarins für Roth“ enthalten auch gar kein Alizarin, sondern bestehen fast nur aus Flavopurpurin und Anthrapurpurin. Diese beiden im Krapp gar nicht vorkommenden Purpurine färben Beizen nur bei Gegenwart einer gewissen Menge Kalk an, wie Prud'homme im Bulletin de Mulhouse, 1879 S. 88 berichtet. Das Roth des Anthrapurpurins ist bläulicher als das des Flavopurpurins, welch letzteres wieder weniger, seifenecht ist. Ein mit Anthrapurpurin hergestelltes Roth widersteht der Einwirkung einer alkalischen Lösung von Ferricyankalium (vgl. J. Wagner, 1876 220 444), nicht so das Violett, welches durch dieselbe entfärbt wird, während sowohl das Roth, als auch das Violett des Flavopurpurins von alkalischem Ferricyankalium nicht angegriffen werden. Beide Purpurine sind, und zwar das Flavopurpurin in kaltem, das Anthrapurpurin in kochendem Alkohol, löslich; letzteres löst sich in Benzin fast gar nicht, während Alizarin und Flavopurpurin darin löslich sind. Schlieſslich ist der Barytlack des letzteren in Wasser weniger löslich als der des Anthrapurpurins. Kl.