Titel: | Robertson's Luppen-Quetschwalzwerk. |
Fundstelle: | Band 207, Jahrgang 1873, Nr. XXXV., S. 128 |
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XXXV.
Robertson's
Luppen-Quetschwalzwerk.
Mit Abbildungen auf Tab.
III.
Robertson's Luppen-Quetschwalzwerk.
Die Figuren 1
bis 3 sind
Abbildungen der für James Robertson in Glasgow
patentirten Luppenmühle mit conischen Walzen, welche ihrer Einfachheit und
voraussichtlichen Leistungsfähigkeit halber die Beachtung der Hüttentechniker
verdient.
Die Bearbeitung der Luppe erfolgt nach Robertson zwischen zwei nebeneinander
gelagerten, gefurchten Conuswalzen, deren Drehachsen sich jedoch kreuzen. Bringt man
die Luppe an der breiten Seite zwischen die nach gleicher Richtung sich umdrehenden
Walzen, so wird die Luppe von denselben erfaßt, gerollt und zufolge der schiefen
Stellung der Drehachsen allmählich vorgeschoben, so daß die Luppe – von der
Schlacke befreit und entsprechend verdichtet – an der anderen Maschinenseite
als cylindrischer Stab austritt, welcher dann sofort auf einem gewöhnlichen
Walzwerke weiter ausgestreckt werden kann.
Zur näheren Erläuterung mögen die Abbildungen dienen, welche in Figur 1 die hintere
Ansicht, in Figur
2 den Grundriß der Maschine (mit Hinweglassung des Antriebes) und in Figur 3 die
Seitenansicht der beiden conischen Walzen darstellen.
A und B bezeichnen die
beiden mit Längsfurchen versehenen Quetschwalzen, deren Achsen sich in der
angedeuteten Weise kreuzen. Der Antrieb erfolgt an der breiteren, der hinteren Seite
der Maschine, und die Conuswalzen werden im Sinne der Pfeile in Umdrehung gesetzt.
Auf dieser Seite wird auch die Luppe D aufgegeben, und
da nun die Walze A eine etwas größere
Umdrehungsgeschwindigkeit wie B besitzt, so wird die
Luppe zwischen die beiden Walzen bis zur Auflage auf die frei drehbare
Unterlagswalze E eingezogen und in der Richtung des
angegebenen Pfeiles zum Rollen gebracht. Dabei nimmt die Luppe nach wenigen
Umdrehungen eine annähernd cylindrische Gestalt an, und wird durch die
gemeinschaftliche Wirkung der Walzen gegen den engeren Ausgang hingewälzt, wobei
unter Abscheidung der Schlacke, welche frei über die Unterlagswalze E abfließen kann, ein allmähliches Verdichten der
Schmiedeeisen-Masse stattfindet. Um den austretenden cylindrischen Luppenstab
D¹ zu glätten, ist die Riffelung der
Conuswalzen nicht bis an deren Ende ausgeführt.
Robertson ließ sich noch einige Modificationen an der
hier im Principe beschriebenen Luppenmühle patentiren. Um nur eine zu erwähnen, so
ist zur Erreichung einer kräftigeren Verdichtung der Schmiedeeisen-Masse die
Verbindung der Conuswalzen mit einen: hammerähnlich wirkenden Maschinentheil in's
Auge gefaßt worden.
Referent hatte nur Gelegenheit ein kleines Modell des Quetschwalzwerkes zu sehen,
welches Herr Robertson mit einem Ballen weichen
Materiales als Vertretung der Luppe, in Gang setzte; er kann daher über Durchführung
und Leistung der beschriebenen Luppenmühle im großen praktischen Betriebe keinen
Bericht erstatten. Soviel Referent aber vernahm, ist eine Maschine für das Eisenwerk
der renommirten Firma Bolckow, Vaughan und Comp. (Betriebs-Chef Hr. Williams) in Middlesbrough in Ausführung begriffen und wird nach den mit
derselben erzielten Resultaten die Aufstellung mehrerer Robertson'schen Luppenmühlen sowohl dort wie in den unter der Leitung des
bekannten Hüttenmannes Hrn. Menelaus stehenden
Eisenwerken in Dowlais (Südwales) in Aussicht genommen.
J. Zeman.